Wolfgang Ferdin, welcher seit 2019 beim „1.Ju-Jutsu-Verein Bushido Schönebeck e.V.“ trainiert, wurde an seinem 85. Geburtstag der 2. Dan im Hanbo Jutsu verliehen für sein Engagement um den Sport. Er hat eine große Vorbildwirkung für den Kampfsportnachwuchs in Sachsen-Anhalt.
Im Alter von 77 Jahren entschied sich Wolfgang Ferdin zum Ju-Jutsu zu wechseln und somit etwas Neues zu erlernen. Er trainiert regelmäßig mit bis zu 4x pro Woche im Ju-Jutsu, Hanbo Jutsu und allgemeine Fitness, fährt zu Landes- und Bundeslehrgängen und legt aktiv Gürtelprüfungen ab. Soviel Engagement wünscht man sich manchmal von den jungen Nachwuchssportlern, die im Wettkampfgeschehen mitmischen wollen. Von ihm können sie sich eine Scheibe abschneiden.
Wolfgang begann am 01.07.1958 in einer Außenstelle des MSO Magdeburg, in Schönebeck, mit Judo nach seiner Ausbildung zum Klempner und Installateur. Mit dem Eintritt in den Verein begann seine sportliche Laufbahn als Wettkämpfer. Im Februar 1959 ging es für ihn dann zur Grenzpolizei, wo er aufgrund sportlicher Leistungen bei Dynamo Hohenschönhausen Berlin als Mitglied der Oberligamannschaft im Judo gekämpft hat. Parallel dazu gründete er Oschersleben einen neuen Judoclub und baute diesen mit auf. Dessen Kämpfer errangen große Erfolge im Bezirk Magdeburg.
Nach Beendigung seiner Dienstzeit ging es für ihn zurück zu Dynamo Magdeburg, wo er als Stammkämpfer den Aufstieg in die Oberliga erringen konnte. Bis 1978 nahm Wolfgang Ferdin aktiv an Wettkämpfen teil.
Zeitgleich zu seiner kämpferischen Karriere baute er sich ein zweites Standbein im Leistungssport als Kampfrichter auf. So stieg er binnen 6 Jahren vom Bezirkskampfrichter bis zum DDR-Kampfrichter 1966 auf, wo er aufgrund einer Altersgrenze leider 2009 ausscheiden musste. Auch Beruflich wagte er 1973 ein neues Studium, wurde dadurch Führungskraft beim VEB Gummiwerk Schönebeck und später in Staßfurt.
Bereits 1967 legte Wolfgang Ferdin erfolgreich seine Prüfung zum 1. Dan im Judo ab. Er wurde Graduierungsberechtigter für die Orte Burg, Genthin, Zerbst, Calbe, Staßfurt und Halberstadt bis 2010. Das Judo für ihn eine Herzenssache ist zeigte er damit, dass er bis zum Sommer 2025 beim FSV Magdeburg half, Sportler auf ihre Dan-Prüfungen vorzubereiten. Wolfgang hat im Judo den 5. Dan inne.
Im Jahr 2009 gaben die Ärzte ihm ein Verbot für Kontaktsportarten aufgrund einer bösartigen Krebserkrankung. Sie sagten, es sei zu gefährlich und er solle Kürzer treten. Wolfgang trainierte von da an nur noch 4x/ Woche und das Ganze mit Achtsamkeit. Aber die Matte für immer verlassen, das kam gar nicht in seinen Kopf. Nachdem sein Schönebecker Judoverein am 31.12.2018 sich aufgelöst hat, begann er mit Ju-Jutsu. In dieser Sportart hat er den 2. Kyu und ist, trotz Rückkehr der Krebserkrankung, auf dem Weg zur nächsten Prüfung. In der Stilart Hanbo hat er im Jahr 2024 seinen 1. Dan in Kamenz (Sachsen) abgelegt.
Wolfgang Ferdin ist ein richtiger Kämpfer, der nicht nur auf der Matte, sondern auch sich durch das Leben kämpft. Er steht immer mit Rat und Tat dem Nachwuchs zur Seite und kommt trotz Hiobsbotschaften gut gelaunt zu seinen Trainingskameraden auf die Matte, denn wer rastet, der rostet. Der „1.Ju-Jutsu Verein Bushido Schönebeck e.V.“ ist stolz und glücklich darüber ihn als Mitglied im Verein zu haben. Sein Trainer Helmut Lubitz hofft auf noch viele weitere Trainingseinheiten gemeinsam mit Wolfgang Ferdin, schließlich haben beide noch große Pläne.
Bettina Sauer
1.JJV SBK

